Stechbeitel
Anwendungsgebiete des Stechbeitels
Stechbeitel sind eine Art Holzmeissel, die in der Holzbearbeitung eingesetzt werden. Sie werden unter anderem Stecheisen oder aber auch Stemmeisen genannt. Stechbeitel haben eine spanende Funktion und zeichnen sich durch ihre dicke Klinge aus. Diese Klinge ist dabei höher als breit. Die Stecheisen werden zum Stemmen von Vertiefungen in Holz verwendet. Durch spezielle Stechbeitelmodelle wie Hohl- und Kantenbeitel ist es möglich, Löcher zu stemmen. Diese werden häufig von Drechslern und Zimmerleuten verwendet. Beitel kommen auch im Handwerksbereich zum Einsatz, wobei zu beachten ist, dass heutzutage viele Aufgaben von Maschinen erledigt werden. Beitel werden im Allgemeinen von Künstlern wie Holzschnitzer und weiteren kreativen Berufen eingesetzt. Beitel sollten mit der Fase immer zum Abfallholz zeigen. Der Grund ist, dass das Abfallholz wegspreizt.
Aufbau eines Stechbeitels
Stechbeitel bestehen aus einem Heft und einem Erl. Das Heft ist der Griff, welcher aus Holz oder Kunststoff ist. Am Ende des Griffs befindet sich der Erl, so wird die Klinge genannt, welche aus Werkzeugstahl besteht. Die Klinge ist einseitig in einem Winkel von 25–40 Grad geschliffen und wird auch als Fase bezeichnet. Die gegenüberliegende Seite wird Spiegel genannt und wird niemals geschliffen. Der Griff ist meist an beiden Enden mit einem Metallring, den sogenannten Zwingen, verstärkt. Durch diese Metallverstärkung ist es möglich den Beitel mit einem Hammer ins Holz zu schlagen, ohne dass der Beitel selbst nachgibt. Die Zwingen werden bei feinen, handgeführten Stechbeiteln weggelassen.
Unterschiede in den Ausführungen
Stechbeitel unterscheiden sich hauptsächlich in der Form, Stärke und Länge.
Beitel mit geraden Klingenkanten werden als A-Form und Beitel mit schrägen Kanten als B-Form bezeichnet. Ausserdem variiert die Breite der Beitel. Bei den Beiteln gibt es drei unterschiedliche Stärken, die von leicht über mittel bis schwer eingeteilt werden. Am leichtesten ist die Stärke an der Dicke der Klinge zu erkennen. Leichte Stechbeitel weisen eine Klinge zwischen 5 und 6,5 mm auf. Die mittleren bewegen sich zwischen 6,5 und 8,5 mm und die schweren Stechbeitel von 8,5 bis 11 mm. Die Stechbeitel gibt es mit einer kurzen, mittleren und längeren Länge.
Wichtiges zur Verwendung eines Stechbeitels
Bei der Verwendung von Stechbeitel sollte darauf geachtet werden, dass diese geschliffen beziehungsweise geschärft sind. Die Beitel sollten zudem sauber gehalten werden.
Tipps im Umgang mit Stechbeiteln:
- Stechbeitel muss scharf sein
- Werkstück sicher mit beispielsweise einer Zwinge am Werktisch festspannen
- Rechtshänder spannen das Holzstück so ein, dass die zu bearbeitende Verbindung nach rechts zeigt
- Stemmeisen nur am Griff, dem Heft halten
- Mit Messer oder Stemmeisen vorab markieren, um sauberere Kanten zu erhalten
- Bei den ersten paar Millimeter besonders vorsichtig stemmen
- Nicht hebeln, sondern mit ein paar weiteren Schlägen die Holzfasern lösen
Stechbeitel schärfen
Bei stark abgenutzten Beiteln hilft meist nur noch eine Schärfung mit der Maschine. Dazu eignet sich ein Schleifgerät ohne Wasserkühlung. Dabei sollte die Schleifscheibe der erforderliche Keilwinkel von 25 Grad erreicht. Der Keilwinkel ist dabei der Winkel, der die Spitze bildet. Anschliessend kann mit einem Abziehstein noch der letzte Schliff vorgenommen werden.
Da nicht jeder gerade eine Schleifmaschine zur Hand hat, können Stechbeitel auch von Hand geschärft werden. Überwiegend wird ein Wetz- oder Abziehstein verwendet zum Schärfen. Bei dieser Methode ist ein Schmiermittel (Wasser oder Öl) unerlässlich. Beim Schleifen muss vor allem bei der Fase auf den richtigen Winkel geachtet werden. Um den Winkel über die ganze Fase gleichmässig zu schleifen, empfiehlt sich die Verwendung einer Schärfhilfe.
Die Ziehklinge
Eine Ziehklinge ist nicht nur ein kleines Stück harter Stahl. Sie ist essenziell für die Glättung von der Holzoberfläche nach Stech- oder Stemmarbeiten. Ähnlich wie ein Hobel schneidet die Ziehklinge die überstehenden Holzfasern ab. So können die bearbeiteten Werkstücke geglättet und in Form gebracht werden. Jedoch kann mit einer Ziehklinge nicht nur gezogen, sondern auch geschoben und gedrückt werden. Wichtig bei der Verwendung ist, dass die Klinge richtig geschärft ist und einen scharfen Grat besitzt. Ansonsten werden die feinen Späne des Holzes nicht abgetragen. Bei der Anwendung sollte die Ziehklinge mit beiden Händen festgehalten werden.
Ziehklingen sind in folgenden Grössen, 0,25 bis 1 mm Stärke erwerbbar. Die dünneren lassen sich dabei leichter durchbiegen als die dickeren. Vor allem beim Arbeiten auf kleinen Flächen und bei Details bieten die dünnen Ziehklingen einen klaren Vorteil. Der Nachteil an den dünnen Klingen liegt darin, dass sie schneller stumpf werden.
Unser Service
Bei SFS ist uns nicht nur die Qualität, sondern auch die Betreuung unserer Kunden besonders wichtig. Bei Fragen finden Sie hier Ihren Kontakt: